Bereits in französischen Klöstern des Mittelalters finden sich die Wurzeln des beliebten Tennissports. Die dortigen Mönche spielten in ihrer Freizeit ein simples Rückschlagspiel, das sich schließlich zum „Jeu de Paume“, der Vorreiterform des Tennis, entwickelte.

Durch die rasche Verbreitung unter der französischen Bevölkerung ab dem 16. Jahrhundert, entwickelten sich die sogenannten Ballhäuser für das einfache Volk. In den Burgen und Schlössern wurden Sportplätze durch die Ebnung der ehemaligen Burggräben errichtet, aber auch innerhalb der Gebäude fand man in dieser Zeit Ballsäle.

Ende des 16. Jahrhunderts – Tennis wurde zunächst nur mit den Handflächen gespielt – verbreitete sich langsam der Einsatz von Schlägern. Auch die Bespannung dieser, sowie das Tennisnetz kamen hinzu.

Da sich das Interesse des Bürgertums ab der Rokokozeit auf Tanzbälle, Theater und Musik beschränkte, verlor die Sportart zunehmend an Bedeutung.

Das moderne Rasentennis stammt aus England

Die heute bekannte Tennisform entwickelte sich in Großbritannien, vor allem im englischen Bürgertum und Adel. Durch die fortschreitende Industrialisierung war es nun möglich, Tennisgeräte in Masse zu produzieren. Die gehobene viktorianische Oberschicht verfügte über viel Freizeit, was die Grundlage für viele moderne Sportarten schuf.

Der Major Walter Clopton Wingfield gilt als Urvater des modernen Tennisspiels: Er erfand das Rasentennis und meldete 1874 ein Patent an. Dazu existierte auch ein von ihm eigens verfasstes Regelbuch, das den heutigen Regeln bereits nahe kommt. Dieses ließ er von einem Verleger herausgeben. Überraschenderweise wurde das Buch ein Verkaufsschlager und machte die neue Sportart so in der Bevölkerung bekannt.

Kurze Zeit später fand eine Vereinheitlichung der Regeln statt und das erste berühmte Wimbledon-Turnier wurde im Juli 1877 ausgetragen. Jenes fand lediglich als Herreneinzelturnier statt. Kurze Zeit später wurde das Doppel durch ein britisches Zwillingspaar erfunden. Beide Varianten spielte man erst auf unterschiedlichen Platzgrößen, diese wurden jedoch einige Jahre später angepasst. Schließlich wurde 1884 das Wimbledon-Turnier auch für Damen geöffnet.